Ich habe mein Blut vor ein paar Jahren bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei typisieren lassen. Vor ein paar Wochen habe ich einen Brief von der DKMS erhalten, dass ich als Stammzellenspender in Frage komme. Ich bin dazu natürlich bereit und habe dort angerufen.
Die Stammzellentransplantation ist ein Verfahren zur Behandlung von Leukämie (Blutkrebs), bei dem der Patient Stammzellen von einem kompatiblem Spender bekommt. Dabei werden die kranken Stammzellen des Patienten durch Bestrahlung oder Chemotherapie zerstört. Anschließend bekommt der Patient die gesunden Stammzellen des Spender transplantiert. Wenn diese kompatibel mit dem Imunsystem des Patienten sind, nimmt dessen Körper sie an und der Patient kann danach ein nahezu Beschwerdenfreies Leben führen. Dies bedeutet allerdings auch, sollte der Stammzellenspender kurz vor der geplanten Stammzellspende sich gegen die Spende entscheiden und es wird innerhalb kurzer Zeit kein neuer Spender gefunden, dass der Patient stirbt.
Es gibt zwei Verfahren mit denen Stammzellen gespendet werden können:
1. die
periphere Stammzellentnahme und
2. die Knochenmarkentnahme.
Bei der peripheren Stammzellentnahme bekommt man ein bestimmtes Hormon
G-CSF verabreicht, das unter anderem bewirkt, dass sich
Stammzellen aus dem
Knochenmark lösen und ins periphere Blut gelangen. Dadurch kann man die Stammzellen aus dem Blut filtern, welche dann dem Patienten zur Verfügung gestellt werden.
Bei der Knochenmarkentnahme wird dem Spender in der Regel aus dem
Beckenkamm durch eine spezielle Nadel etwa 1 Liter Knochenmark-Blut-Gemisch entnommen.
In 80 % der Fälle wird die periphere Stammzellentnahme durchgeführt, dies ist aber abhängig von der Therapieform des Patienten.
Es wurde eine Bestätigungstypisierung bei mir durchgeführt, bei der mein Blut auf Risiken überprüft wird, zum Beispiel auf Hepatitis oder HIV und ob ich letztendlich für die Spende geeignet bin.
Nachdem auch hier ein positives Resultat kam, habe ich einen Termin zur Voruntersuchung beim Institut für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie Frankfurt am Main bekommen, bei dem ich auf die Tauglichkeit als Stammzellenspender nochmals genau untersucht wurde und über den Ablauf genau informiert wurde. Dazu wurde mir nochmals Blut abgenommen und ich musste eine Urinprobe abgeben. Desweiteren wurde an mir eine Ultraschalluntersuchung der Leber durchgeführt, um zu prüfen, ob meine Leber vergrößert ist, was nicht der Fall war. Dies wird gemacht, da bei der peripheralen Stammzellenentnahme eine Lebervergrößerung auftreten kann, die einen Rückstellgrund darstellen kann. Ich wurde wirklich sehr ausführlich über alle Risiken informiert und habe mich danach nochmals nach deren Abwägung dafür entschieden. Bei mir soll die periphere Stammzellentnahme durchgeführt werden, da bei dieser die Stammzellen eine höhere Qualität haben.
Am Donnerstag muss ich mit den Injektionen des G-CSF beginnnen. Diese nehme ich dann alle 12 Stunden nehmen. Am Montag, den 19. Oktober 2009 ist es dann so weit. Nachdem ich dann morgens meine vorerst letzte Injektion genommen habe, geht es dann zum Blutspendedienst nach Frankfurt. Wenn an diesem Tag nicht genügend Stammzellen gesammelt werden, muss ich am nächsten Tag nochmals erscheinen, für eine erneute Spende. Dann müsste ich auch nochmal zwei weitere Injetionen nehmen. Sollten dort auch zu wenige Stammzellen gesammelt werden, wird eine Knochenmarkentnahme durchgeführt, was allerdings recht selten passiert und meist nur bei schmächtigeren Personen, was auf mich nicht zutrifft.
Manchmal könnnen sich Patient und Spender auch kennenlernen. Nach deutschem Recht geht dies erst nach einem Jahr, wenn beide zustimmen, in anderen Ländern ist dies unterschiedlich, es geht auch in manchen Ländern überhaupt nicht.
Wie es verlaufen ist werde ich hier auf jeden Fall berichten.
Zu guter letzt möchte ich auch nochmal alle Menschen aufrufen sich für die Knochenmarkspende typisieren zu lassen. Dies bedeutet nicht automatisch das man dann auch spenden muss, man muss immer einwilligen. Außerdem wird man, sollte man in Frage kommen, auch mit seinen eventuellen Fragen, sowohl medizinischer als auch organisatorischer Art nicht alleine gelassen. Eventuelle Fahrtkosten werden erstattet, und man bekommt, wenn man es in einem weiter entfernten Ort macht, auch die Hotelkosten übernommen. Desweiteren bekommt man für die Zeit der Entnahme eine Krankheitsbescheinigung zur Vorlage. Die Mitarbeiters des Blutspendedienstes und die der DKMS waren sehr freundlich. Beim Blutspendedienst gibt es immer ein kostenlosen Bufet mit Jogurt und belegten Brötchen und anderen Leckereien. Typisieren lassen kann man sich zum Beispiel bei der DKMS, diese bieten mittlerweile auch die Möglichkeit an sich per Post über eine Speichelprobe typisieren zu lassen.